Räucherstäbchen

Räucherstäbchen sind ein sehr beliebtes Räucherwerk. Sie sind einfach zu handhaben, sparsam im Verbrauch und erfordern nicht so viel Zeit wie das Räuchern von Harzen, Balsamen, Hölzer, Rinden, Blätter, Nadeln, Wurzeln, Blüten und Kräutern auf Kohle.

Räucherstäbchen gibt es in vielen Variationen und Duftnoten – für jeden Geschmack und jeden Anlass. Räucherstäbchen werden vor allem in den asiatischen Ländern wie Indien, Japan, China und Tibet schon seit vielen Jahrhunderten hergestellt und sind dort fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Aber auch in der indianischen Kultur kennt man Räucherstäbchen.

Arten der Herstellung von Räucherstäbchen

Es gibt zwei Arten, wie Räucherstäbchen hergestellt werden:

  • Masala-Räucherstäbchen
    Bei Masala-Räucherstäbchen wird eine Mischung („Masala“) aus Harzen, Hölzern, Ölen und Kräutern auf ein Holz- oder Bambusstäbchen aufgetragen. Indische Räucherstäbchen werden nach dieser Methode hergestellt. In Japan, China und Tibet wird die Mischung durch Pressen oder Kneten in Stäbchenform gebracht. Diese Räucherstäbchen haben kein Stützholz und den Vorteil, dass das Holz nicht durch seinen Eigengeruch die Duftwirkung stört.
  • Getauchte Räucherstäbchen
    Eine andere Herstellungsart besteht darin, Holz- oder Bambusstäbchen mit einer Mischung aus Holzkohle und Sägemehl zu umwickeln und diese dann in Lösungen mit Duftstoffen zu tauchen. Dabei werden sehr oft synthetische Duftmischungen verwendet, um die Räucherstäbchen zu parfümieren. Mit der Herstellung von edlem Räucherwerk hat dies nichts zu tun. In unserem Online-Shop verkaufen wir solche Räucherstäbchen nicht.

Japanische Räucherstäbchen

Japanische Räucherstäbchen
Für japanische Räucherstäbchen werden nur sorgfältig ausgewählte und natürliche Zutaten bester Qualität verwendet. Die Rezepturen
und Inhaltsstoffe von japanischen Räucherstäbchen werden von den Manufakturen geheimgehalten und von Generation zu Generation weitergegeben. So wird zum Beispiel das Räucherwerk von Shoyeido, einer der renommiertesten Manufakturen Japans, auch heute noch nach jahrhundertealten überlieferten Methoden und Duftrezepturen hergestellt.

Die Zutaten werden pulverisiert, vermischt und anschließend mit Wasser verknetet. Die so entstandene teigartige Masse wird durch Löcher gepresst und so zu Stäbchen geformt, die anschließend mit einem Bambusmesser auf Länge geschnitten und dann schonend getrocknet werden. Japanische Räucherstäbchen haben kein Stützholz und entwickeln dadurch auch weniger Rauch. Als natürliches Bindemittel wird die Rinde des Tabuko-Baumes verwendet, die keinen Eigengeruch hat und dafür sorgt, dass die Räucherstäbchen gleichmäßig abbrennen.

Japanische Räucherstäbchen gehören zu den feinsten der Welt. Der Preis wird durch die verwendeten Inhaltsstoffe bestimmt. Japanische Premium-Räucherstäbchen, die das kostbarste und sehr seltene Adlerholz der höchsten Güteklasse „Kyara“ enthalten, können bis zu 1.000 Euro pro Packung kosten.

Indische Räucherstäbchen

Indische RäucherstäbchenIn Indien nennt man Räucherstäbchen „Agarbatti“. Die Duftkultur ist dort sehr hoch entwickelt. Düfte sind für die Menschen dort schon seit Jahrtausenden bis heute ein fester Bestandteil ihres Lebens und allgegenwärtig. Duftpflanzen wie Blüten, Hölzer, Harze und Balsame werden zu religiösen Zwecken geräuchert, als Medikamente für Heilungszwecke oder für die tägliche Hygiene eingesetzt. Vermutlich waren es buddhistische Mönche, die die ersten Räucherstäbchen herstellten, indem sie eine Mischung aus Harzen, Hölzern und Kräutern um einen Bambusstäbchen als Stützholz wickelten.

Leider gibt es auf dem europäischen Markt sehr viele indische Räucherstäbchen von minderer Qualität mit synthetischen Duftstoffen, die nicht sonderlich angenehm riechen und außerdem im Verdacht stehen, gesundheitlich nicht unbedenklich zu sein. Bei uns erhalten Sie nur Räucherstäbchen nach Masala-Art mit ausschließlich reinen und natürlichen Zutaten.

 

Tibetische Räucherstäbchen

Tibetische RäucherstäbchenAuch in Tibet hat die Herstellung von Räucherstäbchen eine lange Tradition, die bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht. Auch heute noch werden tibetische naturreine Räucherstäbchen nach alten buddhistischen Rezepturen aus Räucherpflanzen des Himalayas ohne Verwendung von tierischen oder synthetischen Duftstoffen hergestellt, seit der Besetzung Tibets durch die Chinesen allerdings nicht mehr in Tibet, sondern größtenteils in Nepal.

Tibetische Räucherstäbchen werden ohne Stützholz hergestellt und haben einen größeren Umfang als Stäbchen anderer Kulturen. Sie eignen sich bestens zur Meditation und Entspannung, für religiöse Praktiken, für die Vertreibung negativer Energien oder einfach nur aus Freude am Genuss eines hochwertigen Produktes. Ihre Düfte nach Holz und Gewürzen schaffen eine Atmosphäre von Ruhe und Harmonie.

 

Chinesische RäucherstäbchenChinesische Räucherstäbchen

In China stellten buddhistische Mönche erstmals Räucherstäbchen ohne Stützholz her. Diese Räucherstäbchen duften feiner als Räucherstäbchen mit Stützholz, da das Holz beim Verbrennen einen Eigengeruch entwickelt.

Leider sind bei uns sehr häufig nur chinesische Räucherstäbchen von schlechter Qualität erhältlich, bei denen man schon angesichts des günstigen Preises nicht von naturreiner Ware ausgehen kann.

 

Indianische Räucherstäbchen

Indianische RäucherstäbchenDie indianischen Völker Nordamerikas sind sehr naturverbunden. In ihrem Glauben sind alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen, „Kinder der Mutter Erde“ und gleichberechtigt. Das Räuchern von Pflanzen zur Reinigung, zum Schutz und zur Herbeirufung positiver Kräfte oder um Krankheiten zu vertreiben, spielt eine sehr wichtige Rolle in der indianischen Tradition.

Eine der wichtigsten indianischen Räucherpflanzen ist Salbei (White Sage), der nicht nur zum Räuchern, sondern auch für medizinische Zwecke verwendet wird. Salbei hat eine stark reinigende Wirkung, sowohl geistig als auch atmosphärisch. Das Sweetgrass, auch Süßgras oder Vanillegras genannt, duftet, wie der Name schon sagt, nach Vanille. Es wirkt ebenfalls reinigend und wird von den Indianern zu Reinigungsritualen oder zur ‚Schwitzhüttenzeremonie eingesetzt. Sweetgrass wird zu Zöpfen geflochten, die man an einem Ende anzündet, dann ausbläst und langsam weiterglimmen lässt.

Andere wichtige indianische Räucherpflanzen sind Zedernspitzen, Wüstenbeifuss (oft auch als Wüstensalbei oder Desert Sage bezeichnet), Wacholder, Yerba Santa (Heiliges Kraut), Pinie und  Copal. Die Kräuter werden oft in gebundener Form, sogenannte Smudge Bundles, verräuchert. Aber auch indianische Räucherstäbchen sind bei uns erhältlich. Indianische Räucherstäbchen sind in der Regel von hoher Qualität und im Geruch und ihrer Wirkung sehr kräftig. Sie eignen sich ideal zur Reinigung oder zum Räuchern im Freien.

Die Qualität von Räucherstäbchen

Bei qualitativ hochwertigen Räucherstäbchen werden ausschließlich natürliche Rohstoffe und keine synthetischen Öle oder künstlichen Duftstoffe verwendet. Synthetische Duftstoffe stehen im Verdacht, Gesundheitsprobleme wie z. B. Kopfschmerzen, auszulösen. Bitte achten Sie daher auf Qualitätshinweise wie „Es werden nur natürliche Rohstoffe und keinerlei synthetische Zusatzstoffe verwendet“.

Auch der Preis ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Echte ätherische Öle sind sehr teuer. Billige Räucherstäbchen für ein paar Cent enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen großen Anteil an synthetischen Aromaölen und Duftstoffen. Diese künstlich parfümierten Räucherstäbchen können Sie auch am Geruch erkennen: Sie riechen meistens sehr intensiv und verströmen kein besonders angenehmes und subtiles Aroma wie hochwertige Räucherstäbchen.

Anwendung von Räucherstäbchen

  • Entzünden Sie ein Räucherstäbchen mit Hilfe einer Kerze, eines Feuerzeugs oder Streichholzes und lassen Sie es kurz brennen. Wedeln Sie die Flamme dann sanft aus. Das Auspusten ist verpönt! Man sagt, das vertreibt die guten Geister.
  • Stecken Sie das glimmende Stäbchen in einen Halter. Das kann ein Räucherstäbchenhalter mit Loch sein oder ein mit Sand oder Asche gefülltes Gefäß.'
  • Stellen Sie den Halter an einem windstillen Platz auf, damit das Räucherstäbchen ruhig und langsam verglimmen kann.

So bewerten Sie ein Räucherstäbchen

Ähnlich wie bei Parfum kann man auch bei Räucherstäbchen mehrere Duftphasen unterscheiden:
  • Den Vorduft, den ein Räucherstäbchen bereits vor dem Abbrennen verströmt.
  • Den eigentlichen Duft, der sich beim Verglimmen im aufsteigenden Rauch entfaltet. 
  • Den Nachduft, das ist der Duft, der nach dem Abbrennen des Räucherstäbchens im Raum bleibt.
Um den Duft eines Räucherstäbchens zu testen, halten Sie dieses idealerweise in einem Abstand von ca. 30 cm von Ihrer Nase (am besten in Höhe des Bauchnabels) und fächeln Sie den Rauch in Richtung Ihrer Nase.
 
Je nach Art der verwendeten Räucherstoffe duften Räucherstäbchen unterschiedlich. Japanische Räucherstäbchen haben einen hohen Anteil an ätherischen Ölen. Ihr Duft ist sehr fein und zart, so dass Sie ohne Weiteres auch mehrere Räucherstäbchen gleichzeitig anzünden können. Räucherstäbchen mit einem hohen Anteil an Kräutern und Hölzern, wie z. B. tibetische oder indianische Räucherstäbchen, verströmen einen erdigen und würzigen Duft.

Brennzeiten von Räucherstäbchen

Räucherstäbchen gibt es in unterschiedlichen Längen und Stärken, abhängig von ihrem Verwendungszweck. Gebräuchliche Stäbchenlängen bei japanischen Räucherstäbchen sind 7 cm (ca. 15- 20 Minuten), 14 cm (ca. 25 Minuten) und 22 cm (ca. 45 Minuten).
 
Tempelräucherstäbchen sind länger (zwischen 33 und 73 cm) und brennen 2 bis 8 Stunden. Sie werden auch als Zeitmesser, z. B. bei der Meditation, eingesetzt und entsprechend der Dauer des jeweiligen Rituals ausgewählt.

Tipps

  • Lagern Sie Räucherstäbchen trocken und kühl, dann bleibt ihr Duft lange erhalten. Hochwertige Räucherstäbchen reifen mit den Jahren wie guter Wein, ihr Aroma wird weicher und voller.
  • Behandeln Sie Räucherstäbchen wie offenes Feuer. Lassen Sie diese nicht alleine brennen oder in der Nähe von wehenden Gardinen.
  • Lassen Sie Kinder und Haustiere beim Abbrennen von Räucherstäbchen nicht unbeaufsichtigt.